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Zu diesem Roman:

Ich bin ganz bewusst dem Genre "Krimi" aus dem Weg gegangen, weil ich nicht einsehe, dass ständig jemand über die Klinge springen muss, damit Spannung und Unterhaltung aufkommen.

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Inspiriert von Erlebnissen aus den wilden Sechzigerjahren beschoss ich, Leserinnen und Leser mit Wortwitz und Humor in das Flair dieser Zeit zu versetzen, so wie ich sie erlebt habe:

 

Rambach ist ein anachronistisches Tausend-Seelen-Dorf am Fuße des mächtigen Mausergebirges, außen „Hui, innen Pfui“, denn die Sünde blüht im Verborgenen, dort aber umso üppiger. Dafür, dass alles so bleibt, sorgt Bürgermeister Vogler, der mit seiner Gemeinde großes vorhat. Gemeinsam mit Pfarrer Swoboda bildet er ein schier uneinnehmbares Bollwerk gegen Fortschritt und Modernisierung, bis er in die Venusfalle tappt. Er kann das herannahende Unheil nicht ahnen, weil er eine rosarote Brille trägt, und so schlittert er in eine bittere Niederlage. Doch er steht wieder auf. Erhebt sich wie Phönix aus der Asche und verhilft Leserinnen und Leser zu einem Happy End. Einige der dargestellten Ereignisse haben sich damals tatsächlich zugetragen, ich war dabei.

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Softcover, 226 Seiten

Format: 148x210

ISBN: 978-3-99165-027-0

Erscheinungsdatum: 18.01.2024

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Leseprobe:

 

Auch für den Pfarrer war die Zeit zum Beten gekommen. Etwas Neues war in sein Leben eingebrochen, beherrschte all seine Gefühle und hatte ihm den Seelenfrieden geraubt.

 

War es Liebe? Jan Swoboda war diesbezüglich unbedarft und wusste nicht, wie sie sich anfühlt, weil er nie richtig geliebt hatte. Nicht Gott, denn Priester war er im Tausch gegen sein junges Leben geworden. Nicht Frauen, weil er sie als Gottesdiener meiden musste. Am ehesten seine Eltern und seine Schwester, die hat er immer sehr gern gehabt, aber das hatte sich anders angefühlt.

 

„Liebe ist eine schwere Geisteskrankheit.“ Diese Weisheit stammt von keinem Geringeren als vom griechischen Philosophen Platon, Schüler des Sokrates.

 

Die Symptome, die dabei auftreten können, sind vielfältig: heftiges Kribbeln im Bauch, Herzschmerzen, Wonnegefühl, Ziehen in den Lenden und vieles mehr, von zerstörerischer Obsession bis hin zur Verzweiflung. Wird ein Mann von ihr befallen, verändert ihn das nachhaltig.

 

Bei Pfarrer Swoboda begann es mit einem alles verzehrenden Wonnegefühl, das durch seinen Körper raste, als er Walburga Prantl für Augenblicke in seinen Armen hielt.

 

Es ist kaum zu glauben, was wenige Sekunden anrichten können, denn länger hatte die Umarmung nicht gedauert. Momente, die imstande waren, ein Leben aus den Fugen zu reißen.

 

Den Sekunden der Wonne folgten Stunden, Tage und Wochen der Verzweiflung. Er begann sein Amt zu vernachlässigen, man konnte es dem Gottesmann deutlich ansehen, welch Seelenpein er durchmachte.

 

Nachts lag er oft schlaflos im Bett, dachte voll Sehnsucht an Walburga, bedauerte es, sie nicht länger festgehalten zu haben, um ihr tagsüber aus dem Weg zu gehen. Kein Zweifel, Jan Swoboda war liebeskrank, hoffnungslos liebeskrank.

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